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Was sollte ich dem Anwalt erzählen?

Hinsichtlich der Frage, was der Beschuldigte in einem Strafverfahren dem Rechtsanwalt erzählen sollte, gibt es unterschiedliche Ansichten. Ebenso gibt es zu der Rolle des Verteidigers im Strafverfahren verschiedene Meinungen. Dabei wird mal mehr und mal weniger das Recht oder gar die Pflicht des Verteidigers bejaht, um jeden Preis, auch unter Vortrag falscher Tatsachen, einen Freispruch für den Beschuldigten herauszuholen, bzw. dies zu versuchen.

Der Rechtsanwalt bei strafzettel.de ist sich der Tatsache bewusst, dass der Rechtsanwalt im Rechtssystem ein unabhängiges „Organ der Rechtspflege“ ist. Das ist in § 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) ausdrücklich so geregelt. Daraus folgt, dass es dem Rechtsanwalt untersagt ist, dem Gericht wider besseres Wissen falsche Tatsachen vorzutragen, um einen für den Mandanten möglichst günstigen Verfahrensausgang herbeizuführen.

Deswegen ist es aus Sicht des Rechtsanwalts bei strafzettel.de nicht wünschenswert, dass der Beschuldigte den Tatvorwurf gegenüber dem Verteidiger sofort zugibt. Dann sind nämlich die nach Ansicht des Rechtsanwalts bei strafzettel.de in rechtlich zulässiger Weise bestehenden Verteidigungsmöglichkeiten eingeschränkt. Dann darf der Verteidiger nach Ansicht des Rechtsanwalts bei strafzettel.de z.B. nicht mehr sagen „Mein Mandant hat die Tat nicht begangen...“. Es wäre lediglich zulässig vorzutragen „Der Nachweis der Tatbegehung durch meinen Mandanten kann nicht erbracht werden.“ Der Verteidiger darf seinem Mandanten auch keine bewusst wahrheitswidrige Einlassung („Alibi“) zurechtlegen, damit ein möglichst günstiger Verfahrensausgang erreicht wird.

Allerdings darf der Rechtsanwalt seinem Mandanten rechtliche Informationen vermitteln und den Mandanten so in die Lage versetzen, zu seiner Verteidigung Schutzbehauptungen, auch wahrheitswidrige Schutzbehauptungen, selbst vorzubringen. Der Rechtsanwalt bei strafzettel.de weist seine Mandanten in Strafsachen daher darauf hin, dass sie als Beschuldigter in dem jeweiligen Verfahren nicht der Wahrheitspflicht unterliegen, und dass sie das Recht haben, auch wahrheitswidrige Schutzbehauptungen vorzubringen, um die eigene Verurteilung nach Möglichkeit abzuwenden.

Nach Ansicht des Rechtsanwalts bei strafzettel.de sollte der Mandant in verkehrsrechtlichen Strafverfahren dem Rechtsanwalt daher zunächst nur sagen, „Gegen mich wird folgender Vorwurf erhoben...“ oder „Mir wird eine rechtswidrige Tat zur Last gelegt...“. Der Rechtsanwalt bei strafzettel.de wird dann mit dem Mandanten die Sach- und Rechtslage nach vorgenommener Einsicht der Ermittlungsakte erörtern und die weitere Verteidigertätigkeit abstimmen. Hierbei sind die Möglichkeiten des Verteidigers von vornherein eingeschränkt, wenn der Mandant den Rechtsanwalt mit den Worten begrüßt „Guten Tag, ich habe folgende Tat begangen...“.

Daher möge sich der Mandant bitte bei dem Rechtsanwalt bei strafzettel.de auf die Formulierung beschränken, „Guten Tag, mir wird folgendes zur Last gelegt. Ich soll...“


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