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Abnahme des Werks

Derjenige, der den Reparaturauftrag erteilt hat, der Besteller oder Kunde, ist verpflichtet, das vertragsmäßig hergestellte Werk abzunehmen und den vereinbarten Werklohn zu zahlen.

Abnehmen bzw. Abnahme ist ein juristischer Begriff, der nicht nur die bloße körperliche Entgegennahme bezeichnet. Eine "Abnahme" im juristischen Sinne liegt vor, wenn das hergestellte Werk körperlich entgegengenommen und darüber hinaus als zumindest in der Hauptsache vertragsgemäß gebilligt wird. Wenn also z.B. der Besteller mit seinem Fahrzeug nach erfolgter Reparatur eine Probefahrt macht und daraufhin die neu installierte Kupplung als ordnungsgemäß befindet und sein Fahrzeug ohne Beanstandungen wieder mitnimmt, liegt eine Abnahme der von dem Unternehmer erbrachten Reparaturleistung vor.

Grundsätzlich gilt, dass der Unternehmer seine vertraglichen Pflichten erst erfüllt hat, wenn er das Werk ordnungsgemäß hergestellt hat, wenn er also eine fehlerfrei Reparaturleistung erbracht hat. Bei dem Einbau eines verschlissenen Ersatzteils liegt keine fehlerfreie Reparaturleistung vor, wenn der Einbau eines neuen Original-Ersatzteils in Auftrag gegeben war. Der Besteller kann und sollte dann von dem Unternehmer weiterhin Erfüllung des Vertrages, also den Einbau eines neuen Original-Ersatzteils, verlangen.

· Sofern sich der Mangel bereits vor Abnahme der Reparaturleistung, etwa im Rahmen einer Probefahrt, herausstellt, sollte der Besteller die Abnahme der Reparaturleistung verweigern und auf den Einbau des Original-Ersatzteil bestehen. Dem Besteller droht ein Rechtsverlust, wenn er eine mangelhafte Reparaturleistung abnimmt, obwohl er den Mangel kennt! In einem solchen Fall gehen dem Besteller die ihm zustehenden Nachbesserungs- und Gewährleistungsansprüche verloren, wenn er sich bei der Abnahme nicht ausdrücklich (schriftlich!) vorbehält, später Nachbesserung- oder Gewährleistungsansprüche geltend zu machen.

· Stellt sich ein Mangel an der erbrachten Reparaturleistung erst später, nach erfolgter Abnahme, heraus, kann der Besteller von dem Unternehmer Nachbesserung („Nacherfüllung“) der Reparaturleistung verlangen. Der Unternehmer ist dann verpflichtet, auf eigene Kosten die mangelhafte Reparaturleistung in Ordnung zu bringen. Grundsätzlich verjähren die Ansprüche auf Nachbesserung in zwei Jahren, gerechnet von dem Zeitpunkt der Abnahme. Nach Ablauf der zwei Jahre kann der Unternehmer die Nachbesserung der Reparaturleistung verweigern.


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