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In Deutschland wird gerne Alkohol getrunken, und es wird auch gerne Auto gefahren. Teilweise wird beides vermengt, dann kommt es zu Fahrten, bei denen der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht, zu sogenannten Promillefahrten. Dies ist gefahrenträchtig, weil die alkoholische Beeinflussung des Fahrers sich negativ auf dessen Fähigkeit zur ordnungsgemäßen Teilnahme am Straßenverkehr auswirkt. In vielen Ländern gilt daher grundsätzlich das 0,0 Promille-Prinzip, d.h. wer unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug im Straßenverkehr lenkt, handelt dadurch rechtswidrig, unabhängig von dem Grad der alkoholischen Beeinflussung.

In Deutschland gibt es noch keine allgemeine 0,0 Promille-Grenze, aber immerhin ist die Promillegrenze des Ordnungswidrigkeitentatbestands des § 24a StVG von 0,8 auf 0,5 gesenkt worden. Dies ist schon alleine deswegen zu begrüßen, weil eine der vorhandenen Promille-Grenzen dadurch entfallen ist.

Für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe und für Personen bis 21 Jahre gilt seit 2007 die 0,0 Promille-Grenze des § 24 c StVG. Der genannte Personenkreis handelt ordnungswidrig, wenn eine Fahrt unter Alkoholeinfluss begangen wird. Es gilt insoweit also die 0,0 Promille-Grenze.

Nach der geltenden Rechtslage liegen die wichtigsten rechtserheblichen Promille-Grenzen im Zusammenhang mit Promillefahrten bei 0,0 Promille, 0,3 Promille, 0,5 Promille, 1,1 Promille und 1,6 Promille.

Übersicht: Alkoholisierung und rechtliche Folgen

0,0 bis 0,29 Promille
keine Konsequenzen, gleichgültig, ob alkoholtypische Ausfallerscheinungen festzustellen sind oder nicht; Für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe und für Personen bis 21 Jahre: Ordnungswidrigkeit gem. § 24 c StVG.

0,3 bis 0,49 Promille
ohne Feststellung von alkoholtypischen Ausfallerscheinungen, keinerlei rechtliche Konsequenzen. Bei Feststellung von alkoholtypischen Ausfallerscheinungen kann ab 0,3 Promille schon eine Straftat vorliegen; Für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe und für Personen bis 21 Jahre: Ordnungswidrigkeit gem. § 24 c StVG.

0,5 bis 1,09 Promille
ohne Feststellung alkoholtypischer Ausfallerscheinungen, Geldbuße bis 1.500 Euro, Fahrverbot bis 3 Monate. Ansonsten Straftat

1,1 Promille oder mehr
der Fahrer ist unwiderleglich fahrunsicher („absolute Fahrunsicherheit“) und macht sich ohne Hinzutreten sonstiger Umstände strafbar, wenn er im Verkehr ein Fahrzeug führt, bei Fahrrädern ab 1,6 Promille

1,6 Promille oder mehr
Nach der Fahrerlaubnis-Verordnung ist zwingend vorgeschrieben, dass zur Prüfung der Fahreignung ein medizinisch-psychologisches Gutachten („Idiotentest“) beizubringen ist.


Eine Promillefahrt kann vielfältige rechtliche Folgen haben. Zunächst ist die Ahndung als Ordnungswidrigkeit oder Straftat möglich. Daneben kann die Promillefahrt aber auch Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde im Zusammenhang mit der Fahreignung nach sich ziehen, etwa die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung („Idiotentest“) und gegebenenfalls die Entziehung der Fahrerlaubnis oder die Versagung einer neuen Fahrerlaubnis durch die Verwaltungsbehörde.

Die Promillefahrt kann auch Auswirkungen im Zusammenhang mit der Kfz-Haftpflichtversicherung oder der Fahrzeugversicherung („Kaskoversicherung“) haben. In der Haftpflichtversicherung kann eine Kündigung des Versicherungsvertrags durch den Versicherer erfolgen mit gleichzeitigem Rückgriff auf den alkoholisierten Fahrer wegen der Erbrachten Versicherungsleistungen. In der Fahrzeugversicherung kann auf Grund „grober Fahrlässigkeit“ Leistungsfreiheit des Versicherers eintreten mit der Folge, dass der alkoholisierte Fahrer wegen des Schadens am eigenen Fahrzeug keine Leistung aus der Fahrzeugversicherung bekommt. Schließlich kann sich die Alkoholisierung des Fahrers im Zusammenhang mit Schadensersatzansprüchen Dritter haftungsverschärfend auswirken.


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